Der ewige Streit
Das Internet ist voll von Audiophilen, die auf die Überlegenheit kabelgebundener Kopfhörer schwören. Dann gibt es die, die das Kabel 2016 durchgeschnitten haben und nie zurückgeblickt haben. Beide Lager haben teilweise recht – und teilweise unrecht.
Die Antwort hängt davon ab, was Sie mit Ihren Kopfhörern machen. Nicht davon, was irgendein Reddit-Nutzer mit seinen macht.
Für kabellos spricht der Alltag
Die meisten Menschen hören Musik über ihr Handy. Im Bus, im Büro, beim Joggen, im Supermarkt. In diesen Situationen ist das Kabel einfach nur im Weg. Es verfängt sich an Türklinken, reißt Ihnen die Kopfhörer vom Kopf und verknotet sich in der Tasche zu einem mysteriösen Knäuel, dessen Lösung Geduld und Feinmotorik erfordert.
Modernes Bluetooth (5.0 und neuer) ist gut genug. Die Klangqualität reicht hervorragend für Streaming über Spotify und Apple Music. Die Latenz ist so gering, dass Sie sie bei Sprache oder Videos nicht bemerken. Bei Spielen kann sie spürbar sein – aber auch dafür gibt es Lösungen.
Alle unsere Kopfhörer – die Bügelkopfhörer der VMK-Serie und die In-Ears der NL-Serie – sind kabellos. Das ist kein Zufall. Es ist eine bewusste Entscheidung, weil 95 Prozent unserer Kunden sie im Alltag nutzen, nicht im Studio.
Wann das Kabel gewinnt
Der Ehrlichkeit halber: Eine kabelgebundene Verbindung ist technisch überlegen. Über das Kabel fließt ein unkomprimiertes Signal, daher ist die Klangqualität theoretisch besser. Latenz gibt es überhaupt keine.
Wenn Sie:
- im Studio Musik abmischen
- kompetitiv spielen, wo Millisekunden zählen
- FLAC-Dateien über einen 3000-Euro-DAC hören
...dann ist kabelgebunden die bessere Wahl. Aber wissen Sie was? Dann kaufen Sie wahrscheinlich keine Consumer-Kopfhörer, sondern Studio-Equipment.
Die Kopfhörer der VMK-Serie haben übrigens einen AUX-Anschluss. Sie können sie also auch mit Kabel nutzen, wenn der Akku leer ist oder Sie den Unterschied ausprobieren möchten. Spoiler: Die meisten hören ihn nicht.
Und wie steht es wirklich um die Klangqualität?
Hier ist die Sache. Bluetooth-Codecs (aptX, AAC, LDAC) haben sich enorm weiterentwickelt. Der Unterschied zu kabelgebunden ist so klein geworden, dass man ihn zuverlässig nur in kontrollierten Blindtests hört, in einem stillen Raum, mit teurer Ausrüstung.
Im Bus ist der Unterschied zwischen Bluetooth und Kabel null. Null. Das Brummen der Reifen, die Motorgeräusche und das Telefongespräch der Person neben Ihnen überdecken alles. Deshalb ist ANC ein weitaus wichtigerer Faktor als die Frage, ob das Signal per Kabel oder durch die Luft übertragen wird.
Jasse – unser Sounddesigner, dessen Ohren versichert sind – stimmt jedes Modell so ab, dass der Bluetooth-Klang bestmöglich ist. Er macht keine Kompromisse. Henris Alfa Romeo macht Kompromisse (hauptsächlich bei der Zuverlässigkeit), aber Jasse nicht.
Zusammenfassung
Kabellos ist die bessere Wahl, wenn Sie Kopfhörer im normalen Alltag nutzen. Kabelgebunden ist besser, wenn Sie professionelle Tonarbeit machen oder der Typ sind, der auf Partys von der Überlegenheit von Vinyl erzählt.
Wir machen Kopfhörer für die 95 Prozent. Und mit dem Geld bauen wir einen Todesstern, also vielen Dank im Voraus.