Ein Kopfhörerunternehmen sollte nicht über seine Autos reden. Aber Valco ist kein normales Kopfhörerunternehmen, und Ehrlichkeit ist unser Ding. Also bitte sehr: ein Insiderblick darauf, mit welchem fahrbaren Untersatz sich eine 14-köpfige Firma fortbewegt – und was das über uns verrät.
Henris Alfa Romeo – eine Liebe, die wehtut
CEO Henri fährt einen Alfa Romeo. Das sagt alles Wesentliche über Valcos Führungsphilosophie: Man wählt die schöne und seelenvolle Option, auch wenn das regelmäßige Werkstattbesuche bedeutet.
Der Alfa ist als Auto das Gleiche wie Valco bei Kopfhörern – italienische Leidenschaft, die sich keiner Konzernlogik beugt. Der Unterschied ist natürlich, dass unsere Kopfhörer tatsächlich funktionieren. Im Armaturenbrett des Alfa leuchtet immer irgendeine Warnleuchte. Henri behauptet, das sei "Ambientebeleuchtung".
Laut dem offiziellen Todesstern-Budget ist Henris nächstes Auto ein Ferrari. Realistisch betrachtet brauchen wir dafür noch etwa 40 Millionen verkaufte Kopfhörer. Wir sind auf einem guten Weg. Oder zumindest auf einem Weg.
Raimo und der W124 – das einzig wahre Auto
Raimo ist Valcos geistiger Anführer, die Stimme der Marke und der Mann, dessen Meinungen niemand erbeten hat, aber alle zu hören bekommen. Laut Raimo gibt es in der Autowelt den Mercedes-Benz W124 und dann gibt es Schrott.
Der W124 wurde von 1984 bis 1997 gebaut. Ein Auto aus einer Zeit, als die Deutschen noch Dinge bauten, die halten sollten. Für Raimo ist das eine direkte Metapher für Valcos Kopfhörer: einmal richtig machen, bei Bedarf reparieren, nicht wegwerfen.
"Moderne Autos sind dasselbe wie Einwegkopfhörer", sagt Raimo. "Plastik, Kleber und geplante Obsoleszenz. Beim W124 kann man jedes Teil tauschen. Genau wie bei unseren Kopfhörern."
Wir sind uns nicht sicher, ob das eine Autobewertung oder eine Produktwerbung ist. Wohl beides.
Jasses Auto – keine Angaben, Ohren versichert
Sounddesigner Jasse "Jazmanaut" Kesti hat uns nicht verraten, was er fährt. Wir wissen nur, dass seine Ohren versichert sind und er die Klangwelt jedes Valco-Kopfhörers von Hand abstimmt.
Jasse interessiert an Autos wahrscheinlich nur, wie der Motor klingt. Das tiefe Grollen eines V8 oder das Weltraum-Heulen eines Elektroautos – das macht einen Unterschied, wenn die Ohren die Existenzgrundlage sind. Wir vermuten stark, dass in Jasses Auto ein Aftermarket-Subwoofer verbaut ist, der von der Rückbank die Schrauben rausvibriert.
Was das über Valco verrät
In einer Firma, in der der CEO einen ständig kaputtgehenden Italiener fährt und die Markenpersönlichkeit auf einen 30 Jahre alten Mercedes schwört, werden Entscheidungen nicht nach Trends getroffen. Man macht Dinge, an die man glaubt.
Deshalb werden unsere Kopfhörer repariert und nicht weggeworfen. Deshalb ist der Preis ehrlich und nicht hinter einem Markenaufschlag versteckt. Und deshalb verkaufen 14 Menschen aus Oulu Kopfhörer in 58 Länder – ohne Milliarden-Werbebudget.
Jeder Kauf bringt uns dem Ferrari näher. Und dem Todesstern. Vor allem dem Todesstern.