Was zum Teufel ist ein Codec?
Bluetooth überträgt Audio nicht einfach so, wie es ist. Es wird zuerst in ein kleineres Format komprimiert, an die Kopfhörer gesendet und dort wieder zu Klang entpackt. Der Codec ist der Kompressionsalgorithmus, der diesen Job erledigt. Verschiedene Codecs machen das unterschiedlich – manche besser, manche schlechter.
Stellen Sie sich das wie Wurst vor. SBC ist die Bratwurst vom Imbiss – funktioniert immer, gibt's an jeder Ecke. AAC ist die Nürnberger Rostbratwurst – etwas feiner, braucht aber den richtigen Grill. aptX ist die handgemachte Artisan-Wurst vom lokalen Metzger. Satt wird man mit allen, aber den Unterschied schmeckt man.
SBC – die Grundausstattung
SBC (Sub-Band Coding) ist der Standard-Codec von Bluetooth. Jedes Bluetooth-Gerät unterstützt ihn. Er ist wie ein Standardbrief bei der Post – kommt an, ist aber weder der schnellste noch der eleganteste.
An SBC ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Die meisten Menschen können SBC und aptX nicht voneinander unterscheiden, wenn die Lautstärke normal ist und man Spotifys Standardqualität hört. Das ist ein bisschen so, als würde man sagen, Henris Alfa Romeo bringt einen genauso gut von A nach B wie ein Ferrari. Technisch korrekt. Praktisch... naja, zumindest wenn der Alfa läuft.
AAC – Apples Liebling
AAC (Advanced Audio Coding) ist der Codec des Apple-Ökosystems. Wenn Sie ein iPhone, iPad oder einen Mac haben, ist AAC wahrscheinlich die beste Wahl. Apple unterstützt aptX überhaupt nicht, also sind die Optionen auf dem iPhone AAC oder SBC. Die Wahl ist einfach.
Die Klangqualität von AAC ist gut – nah an aptX und in manchen Situationen praktisch identisch. Auf Android variiert die AAC-Implementierung je nach Hersteller, weshalb aptX dort die sicherere Wahl ist.
Ein Hinweis: AAC benötigt mehr Rechenleistung als SBC. In der Praxis spielt das keine Rolle, denn im Jahr 2025 schafft jedes Handy AAC, ohne mit der Wimper zu zucken.
aptX – die Wahl für Audiophile
aptX ist ein von Qualcomm entwickelter Codec und praktisch der beste allgemein unterstützte Bluetooth-Codec. Geringere Latenz, bessere Klangqualität, weniger Kompressionsverluste. Jasses Ohren – die übrigens versichert sind – hören den Unterschied sehr wohl.
Von aptX gibt es mehrere Versionen:
- aptX – die Basisversion, bereits deutlich besser als SBC
- aptX HD – die hochwertige Version, unterstützt 24-Bit-Audio
- aptX Adaptive – die neueste Version, passt die Qualität automatisch an die jeweilige Situation an
aptX erfordert Unterstützung sowohl vom Handy als auch von den Kopfhörern. Die meisten Android-Handys unterstützen aptX, aber es lohnt sich, das zu überprüfen. Valco Kopfhörer und Lautsprecher bieten aptX-Unterstützung je nach Modell – genauere Informationen finden Sie auf der jeweiligen Produktseite.
Was ist mit LDAC und LC3?
LDAC ist ein von Sony entwickelter Codec, der die meisten Daten durchschiebt. Theoretisch der beste, praktisch braucht er eine gute Bluetooth-Verbindung und funktioniert nicht mit allen Geräten. LC3 wiederum kommt mit Bluetooth LE Audio und verspricht bessere Qualität bei geringerem Stromverbrauch. Ein Zukunftsthema, aber noch nicht ganz Alltag.
Welchen Codec sollte ich wählen?
Sie müssen gar nicht wählen. Kopfhörer und Handy verhandeln untereinander und verwenden automatisch den besten gemeinsamen Codec. Ihre Aufgabe ist es, Play zu drücken und die Musik zu genießen.
Wenn Sie die beste Qualität sicherstellen möchten: Prüfen Sie auf einem Android-Handy in den Einstellungen, ob aptX aktiviert ist. Auf dem iPhone erledigt AAC den Job. In keinem der beiden Fälle müssen Sie etwas Besonderes tun.
Und wenn jemand an der Bar behauptet, den Unterschied zwischen aptX und aptX HD bei Spotifys Gratisversion zu hören – spendieren Sie ihm einen Kaffee und lächeln Sie höflich. Jede mit Kopfhörern gehörte Minute finanziert unseren Todesstern zu etwa 0,000001 Prozent, also sind Sie unabhängig vom Codec Teil eines großartigen Vorhabens.