Kopfhörer testen klingt einfach. Musik anmachen, mit dem Kopf nicken und sagen „jo, klingt gut". So läuft das aber nicht. Oder doch – aber erst nach einem langen Prozess.
Zuerst wird gemessen
Jeder Valco-Kopfhörer durchläuft den Messstand. Frequenzgang, Impedanz, Empfindlichkeit, Phase, harmonische Verzerrung – alles Zahlen, die ein normaler Mensch nicht verstehen will. Aber die müssen stimmen, bevor irgendjemand irgendetwas anhört.
Messungen zeigen, ob ein Kopfhörer technisch innerhalb der Spezifikationen liegt. Sie zeigen nicht, ob er gut klingt. Da liegt das Problem. Der Frequenzgang kann auf dem Papier perfekt aussehen, aber der Kopfhörer klingt trotzdem so, als würde der Sänger in einem Eimer sitzen. Deshalb reichen Messungen allein nicht aus.
Dann wird zugehört
Jasse Kesti ist Valcos Sound-Designer. Seine Ohren sind versichert – wir verraten nicht die Summe, aber sagen wir mal, davon könnte man sich ein paar gebrauchte Alfa Romeos kaufen (die innerhalb einer Woche kaputtgehen würden, wie Henris Auto).
Jasses Aufgabe ist es, jede Produktionscharge anzuhören und mit der Referenz zu vergleichen. Er hört sich dieselben Tracks immer wieder an, bei verschiedenen Lautstärken, mit verschiedenen Genres. Klassik, Metal, Podcasts, ASMR – alles, was echte Menschen tatsächlich hören. Wenn etwas stört, geht es zurück auf den Messstand, um herauszufinden, woher die Abweichung kommt.
Das ist die Stelle, an der die großen Marken abkürzen. Per Algorithmus wird die EQ-Kurve „gut genug" eingestellt und eine Million Stück vom Fließband geschoben. Bei uns hört ein Mensch zu. Das ist langsamer und teurer, aber das Ergebnis hört man.
Und die mechanische Haltbarkeit?
Ein Kopfhörer kann wie der beste der Welt klingen, aber wenn der Bügel nach drei Monaten durchbricht, bringt das nichts. Deshalb testen wir auch die physische Haltbarkeit.
Bügel werden gebogen. Scharniere werden tausende Male geöffnet und geschlossen. Polster werden Feuchtigkeit und Hitze ausgesetzt. Nordell-Lautsprecher wurden so oft ins Wasser getaucht, dass das Testbecken langsam an einen kleinen Wasserpark erinnert.
Bei den Kopfhörern der VMK-Serie testen wir die Geräuschunterdrückung separat in verschiedenen Umgebungen – Bürolärm, Flugzeugbrummen, öffentlicher Nahverkehr. ANC muss dort funktionieren, wo Menschen ihre Kopfhörer tatsächlich benutzen, nicht in der Stille eines Labors.
Warum ist das wichtig?
Eine 14-Personen-Firma kann sich nicht hinter einer Marke verstecken. Wenn wir Mist verkaufen, sieht man das sofort. Es gibt kein Milliarden-Marketingbudget, das schlechte Bewertungen überdeckt. Jeder Kopfhörer, der bei uns rausgeht, ist gleichzeitig eine Visitenkarte.
Deshalb testen wir mehr als nötig wäre. Und deshalb haben wir unseren eigenen Reparaturservice in Kajaani – denn egal wie gut wir testen, Elektronik bleibt Elektronik. Manchmal geht sie kaputt. Dann wird repariert und nicht weggeworfen.
Jeder Kauf finanziert nicht nur bessere Tests, sondern auch unseren Todesstern. Der ist derzeit zu etwa 0,4 % fertig. Danke für Ihre Geduld.
